Unser Seelsorgeteam des Pfarrverbandes bekommt Unterstützung

per 1. September 2020 wurde Mag. P. Georg Bakowski als Kaplan in den Pfarrverband bestellt und wird uns, vorerst für ein Jahr, unterstützen

Herzlich willkommen!

Der Mensch hinter der Berufung: Pater Georg - der „Wanderprediger“
Ein ganzes Leben auf den Punkt zu bringen, ist bestenfalls möglich durch eine Definition – durch die Klärung dessen, was jemand keinesfalls sei: Pater Georg ist kein Pole, bestenfalls Oberschlesier und damit Thomas Gottschalks Landsmann. Geboren am 1963 als Spross eines preußischen Offiziersgeschlechtes in Hindenburg, einem alten deutschen Siedlungsgebiet, wurde er polnischer Staatsbürger, weil die deutsche Grenze nach Kriegsende nach Westen verschoben wurde. Bis zum Schuleintritt hatte der Sohn eines Buschauffeurs und einer Kohlengrubenarbeiterin nur Schlesisch, eine Variante des Deutschen, gelernt. Zur katholischen Kirche hatte sich der kleine Georg schon früh hingezogen gefühlt, damals zum totalitären System des Kommunismus die einzige geistige Alternative, wenn auch verbunden mit sozialen Benachteiligungen.
Oft war P. Georg als Kind zum nahe gelegenen Wallfahrtsort Annaberg gewandert. Diese Erfahrungen ließen den frischgebackenen Maturanten und Elektroingenieur 1982 leicht ins Kloster eintreten. Im Frühling 1989 wurde er zum Priester geweiht und sogleich ins Kloster Bensheim nach Deutschland versetzt. Wenige Monate später, mit dem Fall der Berliner Mauer, wurde P. Georg gleichsam über Nacht zum deutschen Staatsbürger. Nun begann für den Seelsorger eine lange Reise zu zahlreiche Gemeinden: erst Kaplan bei Benzheim, 1992 Kaplan in St. Pölten unter Bischof Krenn, 1994 Pfarrer in St. Georgen bei Braunau, einer 300-Seelen-Gemeinde, für deren „Schäfchen― er zum väterlichen Freund wurde. Als er 2000 ins Kloster Bezau (Vlbg.) versetzt wurde, fühlte sich P. Georg wie seiner Familie entrissen. Darum kann er die Erlebnisse der Bad Gleichenberger und seiner Franziskanerbrüder rund um die klösterliche Personalrochade gut nachfühlen. Letztlich akzeptiert P. Georg derartige Versetzungen als Umsetzung von Franziskus’ Ideal, wonach ein Bruder niemals Wurzeln schlagen und eine Gemeinde von sich emotional abhängig machen dürfe – zuweilen eine schwierige Prüfung...
Von seiner Geisteshaltung her ließe sich P. Georg als „konservativ" beschreiben, im Hinterkopf das geflügelte Wort: „Wer jung ist und Herz hat, ist Rebell; wer aber alt ist und Hirn hat, ist Konservativer..."
Die Erfahrung des Kommunismus und der westlichen Konsumwelt, aber auch des häufigen Wechsels seiner Einsatzorte lehrte ihn Gelassenheit und den Glauben an den Sinn dauerhafter Prinzipien. Darum sieht er seine Aufgabe als Seelsorger im Anbieten von hilfreicher Deutungen der Lebenswelt.
Den Ausgleich zur Seelsorge erlebt P. Georg in Spaziergängen mit seinem Schäfer „Logan“. Schon darum erfüllt ihn die Herausforderung seiner neuen Aufgabe mit Vorfreude.